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Fachverein Philosophie

Ringvorlesung der Philosophiestudierenden

Jedes Jahr organisieren Philosophiestudierende eine Ringvorlesung zu einem selbstgewählten Thema. Sie konzipieren ein Programm, laden passende Expert*innen aus ganzer Welt ein und moderieren die einzelnen Vorträge.

Die Ringvorlesung ist öffentlich zugänglich, kann aber auch vom Major Philosophie (BA 120, MA 120 und 90) unter "weitere curriculare Module" für 3 ECTS gebucht werden.

Die Ringvorlesung findet üblicherweise montags von 16:15 bis 17:45 im Kollegiengebäude der Universität Zürich statt. Die Vorträge der eingeladenen Redner*innen nehmen die erste Hälfte der Veranstaltung ein, worauf eine Frage- und Diskussionsrunde mit dem Publikum folgt.

"Phänomenologie" im FS24

Als Slogan der Phänomenologie werden oft Husserls einleitenden Worte herangezogen: «Wir wollen auf die ‹Sachen selbst› zurückgehen.» (Husserl Hua XIX/1: S. 10). Doch was soll das genau bedeuten? Diese von Studierenden organisierte Ringvorlesung will der Frage nachgehen, was Phänomenologie, oder phänomenologische Philosophie, ist.
Dazu werden Expert*innen in einzelnen Vorträgen uns über die Geschichte und das Wesen der Phänomenologie aufzuklären versuchen.

Montags, von 16:15 bis 18:00 im HAH-E-11
am Häldliweg 2 in 8044 Zürich

Programm:

19. Februar
Einführung und Informationen
Mark Walker, Klevis Nrecaj


26. Februar
Wesen oder Struktur? Eine ketzerische Geschichte der Phänomenologie als Sprachphilosophie?
Patrick Flack, Université de Fribourg


04. März
Gedanken und ihre Gegenstände: Franz Brentano über Intentionalität
PD Dr. Peter Schulte, Universität Zürich


11. März
Husserls phänomenologische Methode
Prof. Dr. Gianfranco Soldati, Université de Fribourg


18. März
Von der Perspektive zum Multiversum. Über die Arbeitsnotiz «Ontologie» (1969) in Merleau-Pontys «Das Sichtbare und das Unsichtbare».
Prof. Dr. Fausto Fraisopi, Universität Freiburg DE

25. März
Gifts as Social Acts [EN]
Dr. Emma Dayer-Tieffenbach, Universität Zürich


08. April
Was sind die «Sachen selbst» der «generativen Phänomenologie»? Phänomenologie als spekulativer Idealismus
Prof. Dr. Alexander Schnell, Universität Wuppertal


22. April
Sachverhalte oder Wesensverhalte?
Prof. Dr. Kevin Mulligan, Università della Svizzera italiana


29. April
Werfen wie ein Mädchen? Feministische Phänomenologie und Machtkritik nach Iris Marion Young
Prof. Dr. Katrin Meyer, Universität Basel


06. Mai
Zeit, Alter Tod. Grundprobleme der Phänomenologie
Dr. Christian Sternad, Université de Fribourg


13. Mai
Exemplarität und Abweichung. Eine phänomenologische Lektüre von David Humes «Of the Standard of Taste»
Jun.-Prof. Dr. Michela Summa, Universität Würzburg


27. Mai
What is Critical Phenomenology? [EN]
Dr. Adam Knowles, Universität Zürich

"Unterschied: Gegensätze und Diskriminierung" im HS22

Die ursprünglich wertneutrale Bedeutung des lateinischen Verbs discriminare «trennen, absondern, abgrenzen, unterscheiden» wurde erst im späten 20. Jahrhundert mit der negativen Bewertung im Sinne von «jemanden herabsetzen, benachteiligen, zurücksetzen» eingeführt – und dies zunächst im rein juristisch-politischen und später auch im sozialen Bereich.

Gleichheitsgarantien sind seit langem ein Grundbaustein von Grund- und Menschenrechten. Hierzu gibt es eine reiche und differenzierte Welt von Regelungen.

Andererseits müssen sich auch das philosophische Denken und die Wissenschaftstheorie damit auseinandersetzen, wie Diskriminierung mit Urteilen und Denken zusammenhängt. Der Soziologe Niklas Luhmann hat darauf hingewiesen, dass alle Gesellschaftssysteme in ihrem Code schon eine Unterscheidung treffen und eine Seite positiv bewerten, d. h. die andere Seite «diskriminieren». Die Wissenschaft fordert zwar Objektivität, aber diskriminiert notwendig das, was sie als Lüge und Täuschung ausschliesst. Schon der «Ja/Nein-Code der Sprache», schreibt Luhmann in «Die Kunst der Gesellschaft» erfüllt «eine unentbehrliche Funktion für die Entstehung von Gesellschaft». Ist es also das Denken in Gegensätzen, das uns immer wieder in die Diskriminierungsfalle laufen lässt?

Wie stehen Denken, Wissenschaftlichkeit, Common Sense und auch Dichten und Kunst in Verbindung zum – anscheinend unüberwindbaren – binären Code der Sprache und damit zur Diskriminierung? Gibt es alternative Sichtweisen? Dies die Ausgangsfragen der Ringvorlesung an Referierende unterschiedlicher Disziplinen.

Mehr Informationen findest Du im Programm oder im Vorlesungsverzeichnis.

"Leistung - Gesellschaft - Gerechtigkeit" im HS21

Programm der Ringvorlesung 2021

Die Frage nach einer gerechten Verteilung von Gütern und Ämtern beschäftigt die politische Philosophie bereits seit ihren Anfängen in der Antike. Erst mit dem Anfang der Neuzeit und dem damit einhergehenden Ende der Adelsherrschaft als gottgewollter Hierarchie konnte die Utopie einer reinen Leistungsgesellschaft allerdings scheinbar Realität annehmen: Wer mehr leistet, dem soll auch mehr vergütet werden. In jüngerer Zeit jedoch werden zunehmend Zweifel an dieser Devise laut. Wie das Bundesamt für Statistik schreibt, befinden sich über 10% der Schweizer ArbeitsnehmerInnen in einem Zustand dauerhafter emotionaler Erschöpfung und weisen ein erhöhtes Burnout-Risiko auf – Tendenz steigend. Ist psychische Gesundheit demzufolge überhaupt mit dem meritokratischen Ideal in Einklang zu bringen? Und wie lässt sich aus einem Kollektiv purer Leistungssubjekte eine Gesellschaft formen?

Du willst selbst mitorganisieren?

Es braucht jedes Jahr motivierte Philosophiestudierende, welche die Ringvorlesung mitorganisieren. Die Vorbereitung der Ringvorlesung nimmt üblicherweise ein Semester ein, worauf ein Semester Durchführung folgt. Die einzige formale Bedingung, um bei der Ringvorlesung mitwirken zu können, ist eine Einschreibung in ein Bachelor- oder Masterprogramm des Philosophischen Seminars.

Du möchtest bei der nächsten Ringvorlesung mitmachen, oder Dich vorerst mal informieren? Dann nimm hier Kontakt mit uns auf!

Weiterführende Informationen

Flyer "Unterschied" HS22